Kandidatencheck der Kolpingsfamilien in Bohmte

Mitmachen schafft Einfluss

Gastgeber und Kandidaten. Von links: Alexander Nagel (Kolping Bohmte), Matthias Seestern-Pauly (FDP), Josef Riepe (Linke), Rainer Spiering (SPD), Bernard Rönker (Kolping Hunteburg), André Berghegger (CDU), Filiz Polat (Grüne), Heinz-Bernhard Diekhoff (Kol
Gastgeber und Kandidaten. Von links: Alexander Nagel (Kolping Bohmte), Matthias Seestern-Pauly (FDP), Josef Riepe (Linke), Rainer Spiering (SPD), Bernard Rönker (Kolping Hunteburg), André Berghegger (CDU), Filiz Polat (Grüne), Heinz-Bernhard Diekhoff (Kol
Die Kolpingsfamilien Bohmte, Hunteburg und Ostercappeln luden zum Kandidatencheck in das Landgasthaus Gieseke-Asshorn. Bewerber um ein Bundestagsmandat im Landkreis Osnabrück standen Rede und Antwort.
 

Zum dritten Mal vor einer Bundestagswahl hat die Kolpingfamilie eine solche Veranstaltung organisiert. Übrigens eine deutschlandweite Aktion der Kolpinger. Ein Angebot, das gut angenommen wird: Der Saal in Bohmte war voll.

„Mitmachen schafft Einfluss“
„Mitmachen schafft Einfluss“, dieses Motto der Kolpingsfamilien gelte natürlich auch für die Wahlen, so Bernd Diekhoff von der Kolpingsfamilie Ostercappeln. Die Organisatoren freuten sich, dass sich die Bewerber den Fragen im direkten Vergleich stellten. Eingeladen waren André Berghegger (CDU), Rainer Spiering (SPD), Filiz Polat (Grüne), Matthias Seestern-Pauly (FDP), Josef Riepe (Die Linke) und Waldemar Herdt (AfD). Zu vier Themenbereichen äußerten sich die Kandidaten: Soziales, Familie, Europa sowie Eine Welt – Bewahrung der Schöpfung.

Die Alterssicherung
„Wie soll das Rentenniveau gehalten werden?“, fragte Moderator Bernard Rönker (Kolping Hunteburg). CDU und FDP setzen auf das Drei-Säulen-Modell. Also gesetzliche Rente, private Vorsorge und Betriebsrenten. André Berghegger wies darauf hin, dass eine moderate Pflichtversicherung für Selbstständige ein Thema sei. Es gehe darum, ein bewährtes System zu erhalten und punktuell zu verbessern. Die Linke ist dafür, das alle Gruppe in die Rentenversicherung einzahlen sollen, so wie es in Österreich geregelt ist. „Dass eine Frau heute eine durchschnittliche Rente von nur 650 Euro hat, ist ein Skandal“, sagte Josef Riepe. Die SPD ist für eine Mindestrente. „Der Staat ist der sicherste Pensionsfonds“, betonte Rainer Spiering. Die Verteilung der Renten sei aber ungerecht. Die Grünen sind für eine Bürgerversicherung, in die alle Bürger unter Berücksichtigung aller Einkunftsarten in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Die AfD ist für eine Grundrente für alle, die gearbeitet und Steuern gezahlt haben.

EU ist ein Erfolgsprojekt
„Die EU ist ein Erfolgsprojekt, aber reformbedürftig“, sagte Matthias Seestern-Pauly und gab damit den Tenor vor. Ein klares Bekenntnis zu Europa legten fünf der sechs Kandidaten ab. Ausnahme ist die AfD. Waldemar Herdt wünscht sich ein Europa als freiwilliges Bündnis souveräner Staaten. Dieser Weg sei leider verlassen worden.
 
Ein „Kindergeld 2.0“
Was tun Parteien für die Familien? Hier seien weitere Schritte notwendig, so André Berghegger, „Familie darf kein Armutsrisiko sein“. Wichtig sei der weitere Ausbau von Kindergärten und Krippen, so Rainer Spiering. „Das sei kein Gegensatz zum Familienbild.“ Nötig sei eine finanzielle Entlastung von Familien in der Sozialversicherung. Die FDP plädiert für ein „Kindergeld 2.0“, wo alle Leistungen überschaubar zusammengefasst werden. Ein wichtiger Punkt für die Grünen ist hier auch die Bildung. Eine kostenlose Betreuung und Ausbildung – von der Kita bis zur Uni – wird gefordert. Die AfD will die Familie ebenfalls mit deutlich erhöhten Zahlungen für Mütter stärken. Herdt nannte eine Summe von 1500 Euro monatlich für jedes Kind, was für ungläubiges Staunen bei vielen Besuchern sorgte.

Die Schöpfung bewahren
Die Schöpfung bewahren, das wollen natürlich alle Parteien. Hier gibt es viele Handlungsfelder: von der Klimapolitik über einen gerechteren Welthandel bis zur Landwirtschaft. Entsprechend vielfältig sind hier die Ansätze der Parteien.
 

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