Bund fördert Breitbandausbau in der Region mit 21 Millionen Euro

Für Stadt und Kreis Osnabrück

Schnelles Internet für die Region Osnabrück: Förderbescheide über insgesamt 21 Millionen Euro für Stadt und Landkreis Osnabrück überreichte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba, (von links) an Landrat Michael Lübbersmann, den Mell
Schnelles Internet für die Region Osnabrück: Förderbescheide über insgesamt 21 Millionen Euro für Stadt und Landkreis Osnabrück überreichte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba, (von links) an Landrat Michael Lübbersmann, den Mell
Der Bund bezuschusst den Breitbandausbau in Stadt und Landkreis Osnabrück mit insgesamt 21 Millionen Euro. Entsprechende Förderbescheide nahmen Landrat Michael Lübbersmann und der Osnabrücker Stadtbaurat Frank Otte jetzt in Berlin entgegen.

15 Millionen Euro der Fördermittel entfallen dabei auf den Landkreis, rund sechs Millionen Euro auf die Stadt Osnabrück. Voraussetzung für die Förderung des Bundes war, dass Stadt und Landkreis jeweils die gleiche Summe in die Breitbandversorgung investieren. „Mit diesem Geld werden wir die Glasfaserkabel bei Privatkunden und Gewerbebetrieben in der bisher unterversorgten Fläche direkt bis in das Haus verlegen“, teilte Lübbersmann mit.

39 Millionen Euro werden im ersten Ausbauschritt investiert
Schon 2016 beschloss der Kreistag, insgesamt 39 Millionen Euro für den Breitbandausbau im Kreis zu investieren. Im Rahmen dieser Förderung hatte der Bund bereits 15 Millionen Euro beigesteuert. Im Zuge dieser ersten Förderung sollen in den kreisangehörigen Städten und Gemeinden bis spätestens 2019 mehr als 400 Kilometer neue Glasfasertrassen errichtet und rund 8000 Haushalte mit einer Bandbreite von 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) versorgt werden. Im ersten Ausbauschritt sollen aber lediglich die Kabelverzweiger (KVZ) oder „Multifunktionsgehäuse“ genannten grauen Kästen am Straßenrand mit Glasfaser verbunden werden. Von dort führt ein Kupferkabel in die Haushalte. Je näher der Kunde an dem Multifunktionsgehäuse wohnt, desto höher ist die Übertragungsgeschwindigkeit. Allerdings können auch mit dieser Technologie nur etwa 90 Prozent aller Haushalte im Landkreis mit schnellem Internet versorgt werden. Um auch sehr ländliche Gebiete zu erreichen, werden kostspielige Glasfaserdirektanschlüsse erforderlich, deren Glasfaserkabel direkt bis in die Haushalte führt. Dadurch werden Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 1000 Megabit pro Sekunde (MBit/s), also einem Gigabit pro Sekunde, erreicht.

472 Kilometer Glasfaserkabel werden ab 2019 verlegt
Dieser zweite Ausbauschritt wird laut Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff voraussichtlich 2019 beginnen und bis mindestens 2020 dauern. Angaben des Landrats Lübbersmann zufolge werden ab 2019 so 472 Kilometer Kabel im Tiefbau verlegt. Rund 3600 Häuser sollen auf diesem Weg direkt mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden. Durch die Größe des Landkreises Osnabrück und die hier typischen oft sehr kleinen Bauernschaften und Gehöfte sei die Aufgabe der kompletten Versorgung mit schnellem Internet ambitioniert.

Für flächendeckendes schnelles Internet fehlen noch 220 Millionen Euro
Lübbersmann will Glasfaser mittelfristig in fast jeden privaten Haushalt und jeden Gewerbebetrieb bringen. Auch die im zweiten Ausbauschritt investierten 30 Millionen Euro werden nicht dazu führen, dass die noch verbleibenden zehn Prozent der Haushalte im Kreis mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden können. Der CDU-Bundestagsabgeordnete André Berghegger hält die aktuelle Fördersumme bereits für „beachtlich“, hatte im September aber bereits prognostiziert, dass der Landkreis Osnabrück noch 250 Millionen Euro für flächendeckendes schnelles Internet benötigt. Demnach fehlen nun noch 220 Millionen Euro. Der Landkreis wird sich somit noch um weitere Fördermittel beim Bund bewerben müssen.

 
Der Vorsitzende der CDU/FDP/CDW-Gruppe im Kreistag, Martin Bäumer, freute sich sehr, dass der Landkreis vom Bund zum zweiten Mal einen zweistelligen Millionenbetrag für den Breitbandausbau bekommt: „Das ist auch Ausdruck der guten Arbeit, die die Verwaltung in diesem Bereich leistet.“ Getrübt werde die Nachricht nur dadurch, dass die Finanzmittel aus dem ersten Förderbescheid immer noch nicht verbaut werden konnten, weil die bürokratischen Vorgaben bei solchen Vorhaben immer schlimmer würden. „Wenn wir jeden Haushalt an das Glasfasernetz anschließen wollen, muss das dringend anders werden“, forderte der Glandorfer. „Auch die Menschen in der Fläche des Landkreises bei der Versorgung mit schnellem Internet endlich in der ersten Reihe sitzen.“
 

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