Zu den Ehrengästen der Jägerschaft Wittlage gehörte auch der Bundestagsabgeordnete André Berghegger. Fünfter von links: Vorsitzender Jürgen Gösling. Foto: Karin Kemper
Zu den Ehrengästen der Jägerschaft Wittlage gehörte auch der Bundestagsabgeordnete André Berghegger. Fünfter von links: Vorsitzender Jürgen Gösling. Foto: Karin Kemper
„Wer schon einmal einen Wildschaden gehabt hat, weiß Ihre Arbeit zu schätzen“, sagte Bundestagsabgeordneter André Berghegger in der Jahresversammlung der Jägerschaft Wittlage, die im Landgasthaus Gieseke-Asshorn stattfand.

Beifall erntete der Gast auch für die Feststellung: „Ich finde es gut, dass der Schutzstatus des Wolfes überprüft werden soll.“ Berghegger ergänzte: „Wichtig ist ein angemessener Umgang mit dem Wolf – weder romantisch noch dramatisch.“ Nicht fehlen durfte der Hinweis, dass es im Landkreis Osnabrück rund 4000 Jagdscheininhaber gibt, denen Dank für die Arbeit, die sie für die Allgemeinheit leisten, gelten müsse. Ähnlich sah das auch der Bohmter Bürgermeister Klaus Goedejohann. Er zeigte sich erstaunt, dass ein Saal an dem Tag, an dem der Frühling ausbreche, so gut gefüllt sei. Er fügte hinzu: „Jäger verbinden Hobby und Leidenschaft und sind auch in den Orten engagiert.“

Schwarzwild intensiv bejagen
Zu den Gästen der Versammlung gehörten zahlreiche Vertreter aus dem Bereich der Jägerschaften mit dem Osnabrücker Kreisjägermeister Martin Meyer Lührmann und Klaus Wübbolding vom Landkreis Osnabrück an der Spitze. Wübbolding unterstrich, dass der Landkreis in den Jägerschaften wichtige Partner habe. Alle hätten die steigenden Wildschweinzahlen im Blick. Er betonte: „Ich habe den Eindruck, dass wie bei der Vermeidung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf einem guten Weg sind.“ Er verwies darauf, dass nicht einwandernde Wildschweine, sondern die Verbreitung durch Menschen die größte Gefahr darstelle. Der Kreisjägermeister fasste die Situation der Jäger so zusammen: „Wir werden immer jünger und weiblicher.“ Er betonte, dass die Jäger bereit seien, das Schwarzwild intensiv zu bejagen. Das müsse aber immer tierschutzgerecht erfolgen: „Führende Bachen kommen nicht zum Abschuss.“

Wolfsmonitoring
In seinem Jahresbericht sprach Jürgen Gösling, der Vorsitzende der Jägerschaft Wittlage, gleichermaßen die Themen ASP und Wolf an. Wir fordern die Mitglieder auf, Wolfssichtungen umgehend zu melden. Stichwort: Monitoring. Daten, Zahlen und Fakten seien von enormer Bedeutung für den Diskussionsprozess. Fest stehe, dass eine großflächige Einzäunung der freien Landschaft nicht unterstützt werden könne, weil das für andere freilebende Arten verheerend sei. Der Wolf dürfte nicht zu Lasten anderer naturschutzfachlicher Aspekte priorisiert werden. Gösling erinnerte daran, dass in der Jägerschaft Wittlage in Zusammenarbeit mit Landwirten von 2014 bis 2017 rund 135 Hektar Blühstreifen angelegt worden sei.

Prädatorenprojekt
Neu aufgelegt worden sei ein „Prädatorenprojekt“ zum Schutz von Bodenbrütern wie Rebhuhn, Fasan und Kiebitz sowie störungsempfindlicher Arten wie Scharzstorch und Uhu. Es gelte, die fortschreitende Ausbreitung invasiver Arten wie Waschbär und Marderhund zu stoppen. Unterstützung wird das Programm von Landkreis, der Naturschutzstiftung, der Kreissparkassenstiftung und den Jägerschaften im Landkreis Osnabrück. Eine wichtige Rolle spielen dabei Betonrohrfallen, die mit einem Melder auf das Handy verbunden sind.
 
Beitragserhöhung
Schatzmeister Dirk Hünefeld konnte von schwarzen Zahlen im Haushalt der Jägerschaft berichten. Trotzdem stand das Thema Beitragserhöhungen auf der Tagesordnung. Gösling verwies darauf, dass in den Hegeringen bereits abgestimmt worden sei. Landesjägerschaft Niedersachsen und DJV (Deutscher Jagdverband) hätten die Beiträge um sieben beziehungsweise fünf Euro erhöht. Gösling: „Die machen eine Menge, bis hin zu juristischer Unterstützung. Ich denke, das ist schon berechtigt. Die Beträge waren seit 2008 stabil.“ Entsprechend steigt der Beitrag für die Jägerschaft Wittlage von 7 auf 10 Euro, der in den Hegeringen von 45 auf 55 Euro.

Auszeichnungen
Die Ehrung verdienter Mitglieder gehörte ebenfalls zur Versammlung. Gösling kündigte eine Auszeichnung an, die es bislang so noch nicht gegeben habe. Günter Albers und Fritz Laumberg (fehlte) wirken seit 60 Jahren aktiv im Jagdhornbläsercorps der Jägerschaft Wittlage mit. Sogar eine Urkunde musste extra entworfen werden...

Für 50-jährige Mitgliedschaft wurde Heinrich Vahle (Hegering Bad Essen) ausgezeichnet, für 40-jährige Ewald Marten (Ostercappeln). Zudem wurden neun Ehrenmitglieder ernannt. Voraussetzung: mindestens 40-jährige Mitgliedschaft und Vollendung des 80. Lebensjahrs. Neue Ehrenmitglieder sind: Wilfried Friesel, Willi Ladner und Friedhelm Otte-Witte (Hegering Bohmte), Karl-Heinz Logemann (Hunteburg), Karl Schlacke (Lintorf), Herbert Sewöster (Ostercappeln) sowie Ernst Ballmeyer, Heinrich Stüve und Wilhelm Vallowe (Venne).

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